Im Teil 1/2 meiner Riga Reise (LINK) habe ich euch bereits in meinen eher schlechten Start (kaputte Ferse, schnorrende Raucher etc.) in der schönen, baltischen Stadt eingeführt. Das Highlight folgt aber nun in Teil 2/2 – ihr werdet erfahren, warum ich eine junge Lettin um ihre Anstellung in einem Hostel gebracht habe. Ich war gestern Nachmittag bei der Suche nach einem Hotel in Riga in der mit Kopfstein gepflasterten Altstadt auf ein Backpackers-Haus gestoßen.
Ich sitze in dem Café eines Franchise-Unternehmens, das ich hier im Baltikum kennen gelernt habe, und imprägniere neue Schuhe. Meine linke Ferse hatte sich im Zuge meiner Lettland Reise bei jedem bisherigen Schritt durch Riga vor Schmerzen gekrümmt und irgendwas gejault von: „Keinen Schritt weiter, du Sadist, oder ich bin die längste Zeit deine Ferse gewesen!“ Meine Stiefel waren von innen ausgelatscht und scheuerten an dem rohen Fleisch unterhalb meiner Achilles-Sehne. Ich hatte nur wenig Lust, mit nur einer Ferse weiterzuleben und da kam mir dieser Schuhladen in der Altstadt nahe dem zugefrorenen Fluss Daugava ganz gelegen.
Die Esten haben ein Musikproblem. Das wird mir bei meiner Estland Reise deutlich vor Augen geführt im „Karja Kelder“, dem ältesten Pub Tallinns. Es ist eigentlich alles perfekt, würde aus den Boxen dieses altehrwürdigen Pubs nicht gerade „Lass uns tanzen oder f*cken oder beides, denn morgen sind wir tot“ von Scooter plärren.
Zählt eine Ostseeüberfahrt mit einer Länge von 80 km eigentlich schon zur Gattung der Kreuzfahrt Reise? Diese Frage muss mit Ja beantwortet werden, wenn man sich das Bordprogramm samt Publikum anschaut. 60% über 60 Jahre, 40% über 40 und mittendrin ein bemitleidenswerter Mittzwanziger mit wallendem Haar und Gitarre auf der Bühne.