
In Teil 2 meiner dreiteiligen Nachtzug-Reise durch Europa geht es in die wohl gemütlichste Hauptstadt des Kontinents: Amsterdam! Auf der Suche nach einer Lederjacke zeige ich euch ein paar coole Shoppingspots und werde dabei von einem Vogel angesch*ssen. Naja.
In einer Stadt, in der geschätzte 550.000 Menschen jeden Tag kilometerweite Strecken mit dem Hollandrad zurück legen, habe ich an jeder zweiten Straßenecke einen Fahrradladen erwartet. Aber hier scheinen die Amsterdamer ebenfalls ihre eigene Methode zu haben. Man kauft sich kein Fahrrad, man besitzt einfach eines. Viele kommen bestimmt mit Fahrrad auf die Welt. Und die meisten davon sind mittlerweile ziemlich abgenutzt, was zwei Vorteile hat:
Ich bin mit Loona nach Amsterdam geflogen. Das ist nicht etwa eine neue Billig-Airline am Preisschlacht-Himmel, sondern ein niederländisches Two-Hits-Wonder aus den 90ern. Wer erinnert sich nicht gern an ihre Nummer-eins-Schmeißer „Bailando“ und „Hijo De La Luna“? Sie saß ein paar Reihen vor mir im Flieger und war topmodisch gekleidet mit pink-lila-grünen Nike-Sneakers, schwarzer Lederjacke und vor allem mit einer Gesicht verdeckenden, Gold verschnörkelten Sonnenbrille. Man könnte sie ja nach zehn Jahren in der Versenkung immer noch erkennen und ein Autogramm haben wollen. Nun ja, für einen Popstar ist Loona auf jeden Fall vernünftig gekleidet. Dachte ich, bis ich auf meiner Amsterdam Reise das erste Mal die Innenstadt betrete.
“Seid ihr Europäer?”, fragte uns der langhaarige Blonde im 80er Jahre-Hemd. Es hatte eines dieser hässlichen Zick-Zack-Blau-Grau-Punkt-Punkt-Komma-Strich-Muster. Und es war aus Seide. Der Mann stellte die Frage auf Englisch, während er neben Katrin und mir vormittags um halb elf die große Kreuzung am Hard Rock Café in die gleiche Richtung überquerte. “Ja”, sagte ich, ebenfalls auf Englisch.