
Im Frühjahr ging es ans andere Ende der Welt: mit dem Camper durch Australien. Während ich dort auf quietschenden Sand traf, ließ ich mir im Sommer auf meiner Nachtzug-Reise durch Europa in Prag das Gesicht verunstalten und mich in Paris mit Liebe überhäufen.

Die alte Frage, ob Paris noch immer die Stadt der Liebe ist, scheint ausgelutscht. Doch das besondere Experiment, das ich auf meiner Nachtzug-Reise in die französische Hauptstadt durchgeführt hab, zeigt doch noch mal ein ganz anderes Bild von Paris und Liebe.
Wir kannten uns vorher nicht. Und doch hatten wir einen gemeinsamen Auftrag. Er, der schon seit Jahren in Paris lebt. Und ich, der dem Mythos “Stadt der Liebe” schon längst mal auf den Grund gehen wollte.
Im August und September steht hier im Blog so einiges an: Kommt mit auf Kanada-Reise, nach Paris, Rom und Südtirol! Hier gibt’s alle Infos.
Ich beobachte Eigenheiten während meiner Paris Reise. Zum Beispiel die, dass Müllmänner hier offensichtlich gerne ausschlafen. Zu Hause verfluche ich sie jeden Mittwoch wieder, wenn sie mich um 06:30 Uhr aus dem Bett klingeln, weil sie durch den Hausflur zu den Mülltonnen gelangen wollen. Natürlich ist es ihr Job, aber wieviel frecher kann man sein, als mit der flachen Hand alle Klingeln des Hauses gleichzeitig zu drücken – zu einer Zeit, zu der nicht davon auszugehen ist, dass alle Hausbewohner schon wach sind. Das finde ich fürchterlich. Dann doch lieber so wie in Paris. Hier fahren die Müllwagen erst am Nachmittag und dann bis in die Abendstunden.
Es gibt eine Bevölkerungsgruppe in Paris, die noch anstrengender ist als die der talentfreien Musiker (siehe Paris Reise Teil 1/3: Das Comeback der Mini-Playback-Show). Ihre Mitglieder warten an der Kirche Sacré-Coeur, auf dem großen Vorhof in Versailles und auch hier am Eiffelturm Paris.
Ist da etwa schon wieder ein Promi an Bord?, überlege ich, als wir schlingernd auf dem Rollfeld des Flughafen Charles de Gaulle aufsetzen. Selbst noch nicht ganz sicher, ob das stimmt, schaue ich auf meinem Paris Flug wie ein Detektiv mit halbem Auge über die Rückenlehne vor mir und erspähe von schräg hinten einen hochgewachsenen Mann mit blondem Haar und einer Nase, deren Größe den Durchschnitt deutlich übersteigt.